Blog

Auf der Zielgeraden

Bald ist es soweit! In 2 Monaten wird die SummerAcademy 2021 definitiv live in Baar stattfinden. Damit dann auch alles gut läuft, traf sich Dein Vorbereitungsteam am letzten Wochenende zum Thema „Moderation – wie funktioniert sie und wie gelingt sie?“ das letzte Mal vor dem Start.

Vom lateinischen Wort moderari stammend, heisst Moderation so viel wie mässigen, regeln aber auch führen. Wir betrachteten, welche Fähigkeiten und Voraussetzungen nötig sind, um unter verschiedenen Rahmenbedingungen diese Aufgabe wahrnehmen zu können. Denn Moderation ist nicht gleich Moderation.

Mit dem Anhand des Beispiels der SummerAcademy aufgezeigten Basiswissen sind unsere ModeratorInnen nun gerüstet, Dich durch die kommende SummerAcademy zu begleiten und eine tolle Erfahrung im Gespräch mit anderen zu ermöglichen.

Bis dann, Dein SummerAcademy 2021 Vorbereitungsteam

Blog von Lena – Vorbereitungsteam Mitglied

Am Rande eines Gesprächs in meiner Familie bekam ich mit, dass sich eine Seniorin gerne per Zoom registrieren wollte, doch dies alleine nicht schaffen würde. Ohne weiter nachzudenken, bot ich sofort meine Hilfe fürs Einrichten eines Zoomkontos an. 

Was für ein Kinderspiel dies doch sein wird, dachte ich mir dabei. 

Kurz darauf stand ich schon in Kontakt mit der Frau. Aufgrund der örtlichen Distanz rief sie mich über WhatsApp-Videoanruf an und filmte dabei mit ihrem Handy den Laptop-Bildschirm. Die anfängliche Zuversicht auf ein schnelles Installieren verflog in den ersten Minuten während des Videoanrufes. Es war weder für die Frau noch für mich einfach zu verstehen, wie wir unser gemeinsames Ziel erreichen konnten. 

Mausklicke und Begriffe, welche für mich selbstverständlich waren, erwiesen sich als schwer nachvollziehbare Anweisungen für die Seniorin. So mussten wir auf dem Weg zum ersehnten Account eine gemeinsame Sprache entwickeln: Einzelne Arbeitsschritte erklärte ich genauer, um die Frau miteinzubeziehen. Andere, bei denen ich mit einer genaueren Erklärung für mehr Verwirrung gesorgt hätte, führte ich nicht detailreich aus.

In diesem Moment war ich die Leaderin und sie jemand, die mir vollkommen Vertrauen schenkte und meinen Anweisungen Folge leistete. An einem gewissen Punkt traf ich an meine Grenzen und konnte die Frau nicht mehr weiterführen, weil auch ich nicht mehr wusste, welchen Mausklick es als nächstes benötigt hätte. Aufgrund dessen gab ich den Lead an meinem Vater weiter, welcher die Frau auf den finalen Schritten zum eigenen Zoomkonto begleitete. 

Als das Konto installiert war und ich die erste Zoomeinladung zugeschickt hatte, war die Freude auf beiden Seiten riesig, als ich und mein Vater nicht nur auf ihrem WhatsApp-Bildschirm zu sehen waren, sondern auch auf ihrem Laptop über Zoom.

Durch diese Begegnung mit der Frau realisierte ich, dass es als Leader*in wichtig ist zu wissen, wo die eignen Stärken liegen und wann Verantwortung an jemanden anderes weitergeben werden darf. 

Durch gezieltes Weitergeben der Verantwortung verliere ich nicht an den Qualifikationen einer Leaderin, sondern gewinne an Vertrauen.

Blog von Karin Engeli und Andreas Zahn – Leadership im Tanz

Die non-verbale Kommunikation zwischen dem Leader und dem Follower


Als Tangotänzer sind wir spezialisiert auf die non-verbale Kommunikation zwischen dem Leader und dem Follower und umgekehrt. Damit diese Kommunikation funktioniert braucht es know how, sprich ein gemeinsames Vokabular, welches zusammen erarbeitet wird und sich immer weiter entwickelt, damit beide Seiten eine gemeinsame Sprache sprechen können.
Unter non-verbaler Kommunikation verstehen die Meisten Körpersprache. Dazu gehört die Mimik, Gestik, der Stimme, …
Wir meinen aber eine entwickelte Kommunikation, die wir als Tänzer benutzen. Denn das Ziel ist nicht die einseitige Kommunikation, sondern die wechselseitige Kommunikation im Tanz.
Dazu bedienen wir uns der Bewegungsanalyse.
Wie mache ich einen Schritt?
Wie viele Schritte gibt es?
Wie kriege ich den Partner dazu, eine Bewegung auszuführen?
Wie funktionieren Führungsimpulse?
Vielleicht findest Du einige Antworten auf oben genannten Fragen in folgendem Video.

Haben wir Dein Interesse geweckt? Dann melde Dich bei der SummerAcademie ‘21 zu unseren Workshops an.
Wir freuen uns auf Dich!

Karin Engeli und Andreas Zahn

Blog von Andreas Amann – Leadership in der Ökologie

28.2.2021-

In meinem beruflichen Alltag als Experte für Fragen der Luftreinhaltung bin ich regelmäßig in Situationen mit divergierenden Interessen involviert. Manchmal stehe ich an der Seite von Projektwerbern aus Industrie, Infrastruktur, Mobilität, Raumplanung etc., denen ich helfen sollte, Projekte in umweltverträglicher Weise zu gestalten, manchmal als Berater von Projektgegnern, überwiegend aber auf der Seite der Behörden, wo ich die Genehmigungsfähigkeit von Projekten überprüfe und/oder auch deren Umsetzung zu kontrollieren habe. Am schärfsten sind die Konfliktsituationen bisweilen bei Gerichtsfällen, wo beide Seiten schon erheblich Nerven, Geld und Arbeit investiert haben, um zu ihrem Recht zu kommen, und wo Konflikte oft schon eine lange und komplexe Vorgeschichte haben. 

Ich habe zwar bei Seminaren gelernt, wie man sich als Sachverständiger in Gerichtssälen oder Genehmigungsverhandlungen zu bewegen hat, verfüge aber über keine systematische Ausbildung in Konfliktlösung oder Mediation. Aber im Laufe der Zeit haben sich folgende Kernpunkte für meine Tätigkeit als Sachverständiger herauskristallisiert: 

  1. Immer streng sachlich, nie ideologisch an eine Fragestellung herangehen.
  2. Ergebnisoffen sein, Überraschungen und neue Argumente zulassen
  3. Eine innere und – wenn möglich – auch äußere Distanz zu den Parteien zu wahren, auch wenn ich eine bestimmte Partei im Prozess begleite
  4. Jede/n Prozessbeteiligte/n ernst nehmen, selbst wenn bereits erledigte Argumente zur Unzeit oder zum wiederholten Mal auftauchen
  5. Sich nicht von Emotionen leiten lassen 
  6. Am Ende das eigene Fachgebiet in den Gesamtkontext der Verantwortung für die Gesellschaft und die Umwelt stellen. 

Diese Prinzipien können als Selbstverständlichkeit erscheinen, in konkreten Abläufen und in der Hitze des Gefechtes ist es aber keineswegs trivial und muss immer wieder neu errungen werden. 

Ein konkretes Beispiel der jüngeren Vergangenheit (Januar 2021): Durch den Online-Handel hat das Ausmaß an Paketzustellungen in den letzten Jahren stark zugenommen. In Tirol ist die Post mit der bestehenden Infrastruktur immer mehr in Bedrängnis geraten und muss ein neuer Verteilzentrum errichten, um eine verlässliche und rasche Paketzustellung sicherzustellen. Es wurde ein zentraler Standort in einem Gewerbegebiet mit direkter Anbindung an die Autobahn gefunden. Es gibt aber auch nicht weit entfernt Wohnsiedlungen, und die Anwohner sind durch die Perspektive eine Verkehrserhöhung alarmiert. Man muss wissen, dass Tirol hauptsächlich aus Bergen besteht und das ganze Leben mit Wohnen, Industrie, Landwirtschaft und Verkehr sich auf einen schmalen Streifen des Inntals konzentriert.  So ist die Bevölkerung in Hinblick der Umweltbelastung schon sensibilisiert und es hat regelrecht einen kleinen Aufstand gegen dieses Vorhaben gegeben. In diesem Kontext war ich vom Projektplaner beauftragt, im Rahmen der Umweltverträglichkeitsprüfung die Luftschadstoffbelastung im IST-Zustand sowie die Zusatzbelastung durch das Projekt des Postverteilzentrums zu bewerten. 

Die Bewertung hat ergeben, dass durch den Betrieb des Postverteilzentrums das Verkehrsaufkommen mit 400 LKW und 800 PKW Zu- und Abfahrten pro Tag erheblich ist, aber in Punkto Luftreinhaltung aufgrund der örtlichen Windverhältnisse so gut wie keine Auswirkungen auf die Lebensqualität der Anwohner zu erwarten sind. 

Hier war es dann wichtig, bei den diversen Informationsveranstaltungen die Ängste und Bedenken der nicht gleich vom Tisch zu wischen, sondern zunächst gut zuzuhören und individuell eine sachliche, verständliche und nachvollziehbare Antwort zu geben. 

Es wurden in diesem Prozess im Dialog mit den Bürgern auch weitere Verbesserungen in das Projekt eingepflegt, zum Beispiel: Der Paketzulieferdienst wird komplett auf Fahrzeuge mit Elektroantrieb umgestellt; die Gebäude werden so angeordnet, dass die Schallemissionen gegenüber den Nachbarn abgeschirmt werden; es gibt ein betriebliches Mobilitätskonzept, das den dort beschäftigten Mitarbeitern die Anreise mit ÖV erleichtert und fördert. 

So ist nun für alle Seiten ein gedeihliches Miteinander und Nebeneinander gesichert. 

Abb. 1: Lageplan des Beispiels Postverteilzentrum Tirol

Blog von Victor Locher – Leadership in der Musik

Schaffhausen, 21.02.2021 –

Wenn es ein Schlüssel-Thema gibt, welchem ich in meinen mittlerweile 60 Jahren immer wieder begegnet bin, dann ist es Kommunikation. Privat, im Alltag, im Beruf … steht und fällt Vieles mit der Qualität der Kommunikation. In früheren Jahren hatte ich das gar nicht so bewusst wahrgenommen. Aber spätestens seit ich Vater geworden bin und dann Jahre später bei Siemens als Projekt- und Teamleiter zu arbeiten begonnen habe, ist dieses Thema ein roter Faden.

In der (Computer-)Technik spricht man von «Interfaces», englisch für Schnittstellen. In der «Schnittstellen-Spezifikation» wird die Kommunikation zwischen zwei oder mehreren Komponenten einer Software/eines Produkts definiert. Und dort entscheidet sich oft, ob ein Projekt gelingt oder misslingt. Es steht und fällt mit der Qualität der Spezifikation der Kommunikations-Schnittstelle. In einem anderen Gebiet meiner Arbeit bei Siemens, dem «Requirements-Engineering» – dem Erarbeiten der Anforderungen bei einem neuen Entwicklungs-Projekt – ist die wichtigste Schnittstelle jene zum Kunden. Die grosse Herausforderung in einem Projekt liegt darin, herauszufinden, was seine Anforderungen und (oft impliziten) Wünsche sind. Auch hier: Kommunikation, Schnittstelle zwischen Auftraggeber und Lieferant, das A und O in einem Projekt.

«Wie teilt sich der Mensch dem Menschen mit?», «Wie sag ich’s meinem Kinde?» – als Vater von acht Kindern ganz wörtlich genommen – ist eine zentrale Lebensfrage. Es geht um Kommunikation in all seinen Facetten wie Hören, Sprechen, Sich-Hinein-Versetzen, Interpretieren, Nachfragen. Kommunikation ist ein Dauerthema, alltäglich, stets gegenwärtig.

Was hat das nun mit Musik zu tun? Einfach alles! Musik ist ihrem Wesen nach Kommunikation. Musik braucht keine Schnittstellen, Musik ist die Schnittstelle, unmittelbar, ohne Übersetzung, ohne Worte, universal. Und jeder/jede, der/die je in einem Ensemble Musik gemacht oder in einem Chor gesungen hat, weiss, dass ohne gelingende Kommunikation innerhalb des Klangkörpers zwar Töne produziert werden, aber dennoch keine Musik entsteht. Musik lebt von der inhärent notwendigen Kommunikation ihrer Ausführenden. In der Jazz-Musik spricht man vom «Groove». Ich habe jahrelang in einer Jazz-Rock-Band als Keyboarder gespielt und ein geflügelter Begriff war: der «Groove» stimmt, oder er stimmt eben nicht. Wenn das Zusammenspiel nicht richtig funktionierte, kam kein «Groove» zustande – das war oft direkt körperlich spürbar; die ganze Sache kam ins Schwingen und hatte Energie, oder eben nicht. Alles ist eine Frage der Kommunikation unter den Mitgliedern der Band. Nicht von ungefähr vergleicht Dr. Daniel C. Schmid, Coach in Personal- und Führungsfragen, in einem Artikel in der Zeitschrift der «Fachhochschulen Schweiz» Firmen mit Musik-Ensembles: «Was macht die Musik aus? Es ist der Live-Moment, die Interaktion zwischen den Musikern, der Groove» … Schmid betrachtet sich und sein Team als Dirigent und Musiker. «Wir versuchen, etappenweise den Ziel-Zustand zu erreichen – also dass aus der Organisation eine Sinfonie wird.»

Das Urinstrument des Menschen ist seine Stimme. Mit unserer Stimme sind wir nackt, können uns nicht verstecken, nicht hinter einem Instrument wenn wir singen, nicht hinter Folien und Dokumenten, wenn wir sprechen. Nebst der verbalen Mitteilung kommt beim Sprechen (und beim Singen) viel Non-Verbales rüber: Wie geht es mir, was meine ich wirklich, bin ich unsicher, bin ich von dem, was ich sage, überzeugt? Die Stimme ist in der Kommunikation ein überaus zentraler Aspekt. Das hat auch viel mit (Stimm-)Technik zu tun: Wie klinge ich, wie ist die Tonlage meiner Stimme, wie atme ich, kann ich sicher auftreten? – 

Mit solchen Themen wollen wir uns im Workshop an der SummerAcademy 2021 klingend-singend-spielerisch auseinandersetzen. Ich habe viele Chöre geleitet, viele Chorprojekte durchgeführt und war immer begeistert von der Arbeit mit Laien; das Niveau des Chores hat mich nicht so interessiert, aber die Möglichkeit, an der Stimme zu arbeiten und gemeinsam «Klang hervorzubringen» – nur mit der Stimme. Für mich bedeutet Singen mehr (und gleichzeitig weniger), als die grossen Kunstwerke der Musikgeschichte in Klang zu setzen. Singen beginnt bei etwas ganz Ursprünglichem, bei mir, bei meiner Person, bei meiner Stimme – und das ist etwas Grossartiges, ein Geschenkt des Himmels. 

Leadership ist – wie Musik – ohne gelingende Kommunikation nicht denkbar.